Die Arbeit mit den Herkunftssystemen basiert auf einer ressourcenorientierten und akzeptierenden Haltung seitens der INFA. Sie hat für uns einen hohen Stellenwert, eine INFA-Mitarbeiterin ist ausschließlich dafür zuständig. Die inhaltliche Ausgestaltung verläuft ganz individuell und richtet sich nach dem Kindeswohl und den aktuellen Gegebenheiten der Herkunftssysteme, aber auch der Erziehungsstellen.

Ein wichtiger Bestandteil ist für uns die Biographiearbeit mit dem Herkunftssystem. Sie wird fortlaufend weiter geführt. Hierzu ist die Mitwirkungsbereitschaft des Herkunftssystems erforderlich und ausdrücklich von uns gewünscht. Die Biographiearbeit gehört zur ganzheitlichen Förderung der Entwicklung unserer Kinder/Jugendlichen und eröffnet ihnen Möglichkeiten, ihre eigenen Wurzeln besser zu kennen, sich über ihre

Vergangenheit zu informieren und zurückliegende Ereignisse in der Gegenwart zu klären, um letztendlich ihr Selbstvertrauen zu stärken, eine Selbstdefinition zu finden und Ressourcen für die Zukunft zu entwickeln. Damit dies praktisch im Alltag der Erziehungsstelle umsetzbar ist, haben wir unser INFA- Biografie-Arbeitsbuch „Mein Lebensbuch“ entwickelt, mit dessen Hilfe unsere Kinder und Jugendlichen ihre Vergangenheit nicht aus den Augen verlieren. Die Methodik “Lebensbuch“ ist eine strukturierte, wertschätzende Herangehensweise an die Auseinandersetzung mit der Lebensgeschichte.

In der Regel erfolgt bereits kurz nach der Aufnahme des Kindes ein erster Hausbesuch der INFA-Mitarbeiter bei den Herkunftseltern, um ein persönliches besseres Kennenlernen zu ermöglichen und erste Informationen für die

Biographiearbeit für das Kind zu erhalten. Das Kind hat einen grundsätzlichen Anspruch darauf, sich mit der Realität der eigenen Historie auseinander zu setzen und hat so die Möglichkeit einer gelingenden Vergangenheitsbewältigung. Das Kind soll außerdem bei uns eine seinen Bedürfnissen entsprechende notwendige Sicherheit, Orientierung und Unterstützung im Kontakt zu seiner Herkunftsfamilie erfahren.

Die Kontakt- und Beziehungspflege läuft über INFA und wird im Rahmen der Hilfeplanung festgelegt. Das Kindeswohl steht hier deutlich im Mittelpunkt allen Handelns. Die Herkunftseltern können sich jederzeit bei INFA nach dem Befinden ihres Kindes erkundigen.

Die für diesen Bereich zuständige INFA-Mitarbeiterin plant und begleitet jeden Kontakt auf der Basis der Hilfeplanvereinbarungen und bereitet ihn

mit den Beteiligten vor und nach. Mittelpunkt der zeitlichen und inhaltlichen Gestaltung von Kontakten sind die Bedürfnisse des Kindes.

Besuchskontakte werden zunächst immer in den Büro-Räumlichkeiten der INFA begleitet durchgeführt. Die Erziehungsstelle nimmt an diesen Treffen nur zu deren Beginn teil, um den Fokus auf die Beziehung Kind und Herkunftsfamilie richten zu können.

Es ist aber wünschenswert für die Position des Kindes, dass sich ein positiver Kontakt zwischen Erziehungsstelle und Herkunftsfamilie entwickeln kann und die Besuchskontakte davon ausgehend abgesprochen und gestaltet werden können – immer orientiert am Kindeswohl.
Die Rahmenbedingungen der Kontakte werden fortlaufend überprüft und gegebenenfalls verändert und angepasst.